Haushalt 2026 im Ilm-Kreis: Verantwortung übernehmen und Zukunft gestalten

In der Kreistagssitzung am 25. Februar 2026 haben wir intensiv über den Haushalt des Ilm-Kreises für das kommende Jahr diskutiert. Für mich ist dabei klar: Ein Haushalt ist weit mehr als eine Ansammlung von Zahlen und Haushaltsstellen. Es geht um die Zukunft unserer Region und um die Menschen, die hier leben.

In meiner Haushaltsrede habe ich deshalb betont:
„Wenn wir heute über diesen Haushalt sprechen, dann geht es nicht nur um Euro-Beträge und Prozentpunkte. Es geht um etwas viel Größeres: um das Zuhause der Menschen im Ilm-Kreis.“

Der Kreishaushalt für das Jahr 2026 umfasst rund 227 Millionen Euro. Gleichzeitig stehen wir – wie viele Kommunen in Deutschland – vor großen Herausforderungen: steigende Kosten im Pflichtbereich, eine oft unzureichende Finanzierung von Aufgaben durch Bund und Land, wirtschaftliche Unsicherheiten sowie demografische Veränderungen.

Lebensqualität und Wirtschaft gehören zusammen

Der Ilm-Kreis hat enorme Potenziale. Mit der Technischen Universität Ilmenau, innovativen mittelständischen Unternehmen und dem Gewerbegebiet Erfurter Kreuz verfügen wir über starke wirtschaftliche und wissenschaftliche Strukturen.

Aus meiner Sicht ist aber ebenso klar: Unternehmen siedeln sich vor allem dort an, wo Menschen gerne leben. Deshalb müssen wir auch weiterhin in Schulen, Infrastruktur, Digitalisierung und Mobilität investieren. Diese Investitionen sind nicht nur sozialpolitisch wichtig, sondern auch entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Kinder- und Jugendticket für 34 Euro, das jungen Menschen mehr Mobilität ermöglicht und Familien entlastet. Ebenso wichtig ist die Stabilisierung des Senioren- und Mobilitätstickets, damit auch ältere Menschen und Menschen mit geringem Einkommen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Verantwortung gegenüber den Kommunen

Ein zentraler Punkt der Haushaltsdebatte ist die Kreisumlage, die mit 42,9 Prozent für viele Städte und Gemeinden im Ilm-Kreis eine erhebliche Belastung darstellt.

Mir ist bewusst, dass diese Situation für viele Kommunen schwierig ist. Gleichzeitig müssen wir darauf achten, dass der Landkreis weiterhin handlungsfähig bleibt.

In meiner Rede habe ich dazu gesagt:
„Eine gute Lösung besteht nicht darin, Gemeinden ausbluten zu lassen – und genauso wenig darin, den Landkreis handlungsunfähig zu machen.“

Deshalb setze ich mich gemeinsam mit meiner Fraktion für mehr Planungssicherheit für die Kommunen, eine kritische Überprüfung unserer Aufgaben und eine engere Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Gemeinden ein.

Haushaltsbeschluss vertagt

Die Haushaltsdebatte im Kreistag hat gezeigt, wie komplex die aktuelle finanzielle Situation ist. Während der Sitzung wurde mehrfach der Ältestenrat einberufen. Schließlich haben wir uns darauf verständigt, den Haushaltsbeschluss auf die Kreistagssitzung am 1. April 2026 zu vertagen.

Zur weiteren Beratung fand außerdem eine Sondersitzung des Finanzausschusses am 11. März 2026 statt. Dort hat die Landrätin dargestellt, auf welche Stellen in der Kreisverwaltung möglicherweise verzichtet werden könnte.

Gleichzeitig hat sie deutlich gemacht, dass bereits bei der Aufstellung des Haushalts erhebliche Kürzungen vorgenommen wurden. Weitere Einsparungen könnten dazu führen, dass der Landkreis im kommenden Jahr mit einem Defizit abschließen muss.

Zusammenarbeit statt Gegeneinander

Nun wird sich zeigen, wie die Fraktionen von CDU/FDP und FWG mit den vorgelegten Vorschlägen umgehen werden. Das von ihnen erwartete Einsparpotenzial konnte bislang nicht in der gewünschten Höhe dargestellt werden.

Für mich steht fest: Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, können wir nicht gegeneinander lösen, sondern nur gemeinsam.

Deshalb halte ich es für sinnvoll, ein neues gemeinsames Format zwischen Landkreisverwaltung, Kreistag und den kreisangehörigen Kommunen zu schaffen. Ziel muss es sein, eine neue Grundlage der Zusammenarbeit zu entwickeln und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft unseres Landkreises zu erarbeiten.

Verantwortung für den gesamten Ilm-Kreis

Als gewählte Vertreterinnen und Vertreter tragen wir Verantwortung für alle Menschen im Ilm-Kreis, nicht nur für unseren eigenen Wohnort.

Am Ende meiner Rede habe ich deshalb bewusst gesagt:
„Demokratie ist kein Kindergarten, sondern etwas für mutige, kompromissbereite und gestaltungswillige Menschen.“

Die endgültige Entscheidung über den Haushalt 2026 wird nun in der kommenden Kreistagssitzung Anfang April getroffen. Bis dahin bleibt unser Ziel klar: eine verantwortungsvolle Lösung zu finden, die sowohl die Handlungsfähigkeit des Landkreises sichert als auch die Interessen unserer Städte und Gemeinden berücksichtigt.